- FLUGHAFEN:
Er liegt außerhalb
der Stadt, die Taxifahrt in die Stadt wählen Sie auf der Küstenstraße
entlang dem Marmarameer bis zur Stadtmauer direkt zum Topkapi-Palast
und der Hagia Sofia und der Blauen Moschee, dann wissen Sie in der
gleichen Stunde , wo Sie angekommen sind, wie Sie es in Moskau auf
Ihrem Weg in die Stadtmitte zum Kreml erleben und sehen werden, mit
welchen Maßstäben Sie in beiden Städten zu rechnen haben.
- TAXIFAHREN:
Private Taxis
wie Moskau sind in Istanbul nicht üblich; es sind ausreichend gewerbliche
Taxis vorhanden, zweitweise beherrschen sie das Straßenbild und stehen
behindernd auf den Straßen, um einen Gast zu finden, dem sie sich
anbieten. Das Aushandeln des Preises ist üblich, aber nicht nötig,
da der Taxameter den Preis anzeigt.
- MIETWAGEN:
Es ist ein Vergnügen,
beide Städte Moskau und Istanbul mit einem Mietwagen im Straßenverkehr
kennen zu lernen. Sie werden alle Straßenverkehrsregeln Westeuropas
vergessen und so fahren, wie die vor Ihnen freigewordene Straßenfläche
es erlaubt. Die Stadt ist nicht bequem, sondern wie Moskau anstregend
und beide Städte verlangen Ihre Aufmerksamkeit, so daß Sie sich auf
Ihre Neugierde verlassen und Überraschungen zu lieben sich angewöhnen
sollten. Schon in den ersten Stunden werden Sie wissen, daß Istanbul
eine einmalige Lage zu erkennen gibt, auf Hügeln gebaut, wie Rom,
sieben sollen es sein, heute sind es entlang dem Bosporus, dem Goldenen
Horn, einer meertiefen versunkenen Flußmündung und entlang dem Marmarameer
auf einem mehr als 100 km langen Küstenstreifen unendlich viele Hügel
geworden, auf denen sich die Stadt in einer nicht enden wollenden
Weise aus zubreiten beginnt. In Moskau hat sich die Stadt kreisförmig
ausgebreitet und in Istanbul enscheidet das Wasser den Verlauf der
Stadtentwicklung. Was beiden Städten gemeinsam ist, sind die Ringstraßen
im Format von Autobahnen auf amerikanischer Art. Zwei Brücken überqueren
die Moskwa und geben den Blick auf die goldene Pracht des Moskauer
Kreml frei, daß Sie zu schweben anfangen, gleich bei welchen Wetterverhältnissen.
In Istanbul lassen zwei Brücken über das Goldene Horn ein ähnliches
Erlebnis mit dem Blick auf das Bild der Stadt aufkommen, aber noch
durch die zwei Brücken über den Bosporus in eine meerartige Weite
und unendliche Vielfalt übertroffen wird, sei es durch die vielen
bebauten Hügelketten entlang der Uferstraßen oder durch die herausragenden
Moscheen mit ihren Minaretten, die den Orient in einer Weise auszurufen
scheinen, wie westliche Werke der Reklame und des Marketings es auch
bei größter Anstrengung nicht vermitteln können. Die tausenfach unterschiedlichen
Lichtverhältnisse tauchen jeden Tag beide Städte Moskau und Istanbul
in ein anderes Bild, so daß sich kein Tag wiederholt, denn Sie haben
an allen Stellen der Stadt das Gefühl, sie das erste Mal zu sehen.
Nichts bleibt greifbar, der Wechsel ist ständig in beiden Städten
im Fluß. Der Himmel beherrscht beide Städte, Regenwolken sind noch
im Frühjahr in beiden Städten gleich dunkel und kalt und naß und zeigen
drohend die Wehrlosigkeit des Menschen, die in beiden Städten eine
gute Unterkunft herausfordert, die die Gastfreundschaft in beiden
Städten bieten kann, soweit Sie sich darauf verstehen, sie wahrzunehmen
und Sie sich auf diese Weise die Kenntnis eines einheimischen Haushaltes
verschaffen können. In beiden Städten ist das Sparen und Haushalten
aus den eigenen verdienten finanziellen Mitteln unbekannt und selten
anzutreffen, so daß Sie sich daran gewöhnen, Ihrem Gastgeber Dinge
des alltäglichen Lebens bei Ihrem Besuch zu schenken. In beiden Städten
gibt es die in aller Welt anzutreffenden reichen Bürger, die sich
so verhalten als wollten Sie der Armut nie wieder persönlich begegnen
und dabei wie in aller Welt die gleiche Lebensweise der gelegentlichen
Übertreibung vermitteln , Ihnen aber Ihre Fragen zum alltäglichen
Leben in dieser Stadt nicht beantworten können. In beiden Städten
gibt es auch die "Bildungsbürger", die den internationalen Weg auf
den Weltmarkt anstreben und darin ihr Interesse finden, wie die zahllosen
Industriegebiete entlang den neuen Autobahnen auf einfache Weise zeigen
können. Was früher die Heerführer an Macht entfalteten, sind heute
die Unternehmer, die mit Logistik und Aufmarschplänen nicht den Krieg
als Raubzug in ein fremdes Land versorgen, sondern die Bedürfnisse
des einzelnen Menschen bis vor seine Haustür bzw. auf seinen Tisch
in seiner eigenen Wohnung erkennen und bedienen. Wünsche werden nicht
erfunden, sondern vorhergesehen und im Wettkampf und in der Auswahlmöglichkeit
erfüllt.
- HOTELS:
In Hotels können
Sie Erfahrungen des täglichen Lebens nicht machen; Hotelaufenthalte
sind aber gerade in AltIstanbul für einen kurzen Aufenthalt von 2 - 3
Tagen zu empfehlen. Hotels wie das Moskauer Metropol gibt es in Istanbul
nicht. Das AntikHotel "Four Seasons" in der Nähe der Hagia Sofia versöhnt
sie ein wenig, auch wenn seine Preise Sie erschrecken werden, so daß
Sie alte Hotels in der Nähe aufsuchen, die Ihnen den Blick aufs Mamarameer
erlauben und an ihrer Holzverkleidung erkannt werden wollen. Istanbul
und Moskau waren in früherer Zeit Städte, die meist aus HOLZHÄUSERN
bestanden, wie Sie heute noch in AltIstanbul an vielen Stellen erkennen
können. Während Moskau in den letzten 5 Jahren ein Renovierungsprogramm
aller alten Hausbestände in der Innenstadt wie in keiner zweiten Stadt
in Europa erlebt hat, verschläft Istanbul seine Möglichkeiten ein
wenig , so daß es ein Paradies für Haus und Wohnungsrenovierer in
Zukunft werden kann.
- MIETWOHNUNGEN:
In Istanbul waren
zu früheren Zeiten die möbblierten Wohnungen preiswert, heute hat
sich dies aufgrund der anatolischen Einwanderung geändert, so daß
es sich anbietet, in AltIstanbul eine renovierungsfähige Wohnung zu
mieten , die auf eigene Kosten leicht und preiswert in Ordnung gebracht
werden kann. Von einer Wohnung in AltIstanbul können Sie alle Sehenswürdigkeiten,
wegen der sich ein Besuch Istanbuls lohnt, zu Fuß erreichen.
- EINKAUFEN:
Sie werden an
einem Tag die Einrichtung Ihres Wohnbüros mit der Hilfe eines Mietwagens
in den Randbezirken der Stadt einkaufen können, meist sehr viel preiswerter
als in Westeuropa, wenn Sie vorher die Stadt einigermaßen kennen gelernt
haben und auf die angezeigten Preise im europäischen Stil 30%-40%
Abschlag verlangen, was bei Barzahlungen akzeptiert wird und die sofortige
Mitnahme der Ware voraussetzt. Es gibt ausgezeichnete Schreiner-,
wie Keramik- und Marmorarbeiten im Bad-,Küchen- und Flurbereich. Die
Elektronikwaren werden in Alt-Istanbul am Goldenen Horn im Großhandelsstil
in alten Warenhäusern kartonweise angeboten, meist ohne Rechnung und
unter Barzahlung. Die Lebensmittelläden haben wie in Moskau auch sonntags
und bis spät in den Abend geöffnet. Alle Waren werden so angeboten,
wie es in Europa unter dem Begriff "Basarstil" verstanden wird. In
Moskau haben sich mittlerweile europäische Einkaufsgewohnheiten eingestellt.
- BASAR:
Der Besuch und
das Einkaufen in den Basaren ist eine Erlebnis, das typisch für Istanbul
ist und genauso von Einheimischen wie von Fremden gewünscht werden.
Zwischen dem großen und ägyptischen Basar zieht sich ein Gebiet mit
zahllosen Geschäften aller Art bis zum Goldenen Horn hin, was sie
in jeder Beziehung sofort an den Orient erinnert. Sie werden feststellen,
daß die Planer und Architekten des Moskauer Kaufhaus Gum aus dem Orient
kamen und üblicherweise einen orientalischen Basar zu erstellen hatten,
bis sie im nachgeahmten Stil des märchenhaften Jugendstils das Kaufhaus
Gum in Moskau entwarfen und errichten ließen. Sie werden bei diesem
Vergleich auch gleich auf diese Weise erkennen, daß das russische
Leben organisierter und sicherer und verläßlicher gestaltet ist als
in Istanbul, auch wenn die restlichen Mängel des Sozialismus in der
Warenbeschaffung und Verteilung noch nicht beseitigt sind.
- FAMILIENLEBEN:
Wie in Moskau,
so auch in Istanbul wird das Leben allein im Familienbereich lebenswert
gestaltet werden können, und zwar erlebnisreich und mit Erfolg. Viele
Geschäfte werden nur im Familien- und Verwandtschafts- und Freundschaftsbereich
geführt. Sie erhalten als selbständige Geschäftsperson schnell Kontakt
zu Familien in Istanbul.
- MOSCHEEN:
Sie gehören zum
alltäglichen Leben in Istanbul . Dennoch werden Sie sich wundern,
daß trotz der großen Anzahl von Moscheen sich in Istanbul nur an wenigen
Stellen und zu wenigen Zeiten ein religiöses Leben erkennen läßt.
Istanbul erinnert an Moskau vor der Zeit des sozialistischen Untergangs,
oft gottlos und ungläubig, was sich dagegen in Moskau immer mehr ändert
und auch ändern wird, wie es an dem Neubau der von Stalin niedergerissenen
Kathedrale mitten in Moskau erkennbar wird. Ein solcher Neuanfang
ist in Istanbul nur an den Randgebieten erkennbar, auf den Hügeln
enstehen Gartensiedlungen im europäischen Stil. Der Ansturm der Landbevölkerung
auf Istanbul bestimmt das Leben dieser Stadt, die vor neuen Veränderungen
steht und auch von sozialistischen Experimenten früherer Zeit tief
gestroffen ist, ganz zu schweigen von den religiösen Auseinandersetzungen,
die die westliche Lebensweise nicht zur Gestaltung kommen lassen und
die in einem Wirrwarr orientalischer Lebensweise versickern und aufgehalten
werden, obgleich die westliche Lebensweise in jeder Weise nachzuahmen
versucht wird, im Vergessen der eigenen Kraft zur Lebensgestaltung,
so daß in Istanbul wie früher in Moskau nur die privaten Gestaltungsmöglichkeiten
ein lebenswertes Bild erkennen lassen und jede staatliche Ordnung
zum Scheitern verurteilt ist. Die Gegensätze West- und Ostberlins
werden in der Erinnerung wach; Im Gewirr Istanbuls werden Sie nicht
in der Lage sein, sich an die Ordnung jeder Art in westdeutschen Städten
zu erinnern.
Tief zerstritten erscheint das Erziehungssystem im öffentlichen
Leben. Nahe den Moscheen sind Koranschulen, die die Einheit des täglichen
Lebens in der Familie und in Gott vermitteln. Auf den Straßen treffen
Sie die vom Inneren des Landes vertriebenen Personen an , weil sie
sich dort nicht der Genügsamkeit der gegebenen Umstände fügten und
ein Gewirr auf der Flucht in die Stadt Istanbul in Bewegung halten,
eine riesige Stadt voller Unregelmäßigkeiten eines nicht gewünschten
Landlebens, ohne die Liebe zur Ordnung in einer Stadt auf engem Raum
zusammengefügt. Das Untertauchen und Steckenbleiben im dichten Verkehr
und die Trauer geflohener Menschen mit dem Angebot zu jeder Dienstleistung
ohne bindende Verpflichtung, ständig von Täuschung und Enttäuschung
geprägt, ein Leben, das keine Ruhe kennt, aus der sich ein Anfang
entwickeln läßt, den die kuppelüberwolbten Moscheen im alten orientalischen
Stil anmahnen. Die Rufe zum Gebet werden überhört, die innere Ruhe
längst zurückgelassen, im Herzen nur einen Schimmer von der Zeit der
eigenen Geburt, der keine andere an diesem Ort folgen wird.
In weiter
Ferne scheint die Kraft zu verweilen, aus der die Menschen in Istanbul
geboren wurden, die hier zusammenkommen auf einem Markt, aus der die
ganze Stadt besteht, die einst das Land regierte und heute nicht einmal
mehr sich selbst zu begreifen scheint. Haushalte, aus denen ein gefaßter
Entschluß in die Tat einer erfolgreichen Arbeit mit anderen Geschehnissen
verbunden umgesetzt werden kann, sind selten; es erscheint die Armut,
unentschlossen und selbst verschuldet verursacht in halb zerfallenen
Häusern in einer Sammlung von weitläufig verwandten Personenverbänden,
weniger mit Vater, Mutter und Kindern, als mit Schwager und den Kindern
seines Halbschwagers mütterlicherseits und dem Bruder des Onkels der
Großmutter, weiß Gott, warum sie zusammenleben, der Not gehorchend
und die regelmäßige Arbeit verweigernd, sich in einer Weise beschäftigend,
die kein Ziel sieht, vielmehr unerforschbar bleibt, den Tag abwartend,
die Nacht des Grübelns am anderen Morgen im Gesicht des neuen Tages.
Die Moschee nahe der Universität erlaubt es den Ungläubigen , den
Innenraum der Moschee zu jeder Tageszeit mitten unter den Gläubigen
zu betreten, während andere Moscheen für Ungläubige einen eigenen
Eingang anbieten, und zwar außerhalb der Gebetszeiten. Die Widersprüche
dieser Stadt sind für ihre neuen hereingeflohenen Bewohner zu stark
als daß sie sich zu einer erfolgreichen Arbeit entschließen und durchsetzen
können. Die Hagia Sofia , wie alle byzantinischen Kirchen , wird seit
den Zeiten Atatürks als Museum mit Eintrittsgeldern geführt,so daß
sie jeder Zeit besucht werden kann.
- POLITIK:
Seit dem Ende
des Osmanischen Reiches mit dem 1.Weltkrieg versucht die Türkei, sich
nicht nur politisch, sondern auch in der Lebensweise dem Westen Europas
anzuschließen, weiß Gott warum, denn es wird nicht gelingen, ein Teil
Europas zu werden, das ohnehin schon in seinen zwei christlichen Religionen
gespalten ist und in seiner Überwindung viele Versuche erfolglos unternommen
hat. Wie so viele Länder in der Welt, ist auch die Türkei zu seinem
Nachteil von der anglikanischen Welt im System der Teilung und Spaltung
daran gehindert worden, MITTLER zwischen Europa und dem Orient zu
werden und darin wie früher schon Byzanz und dann das Istanbul des
Osmanischen Reiches seine Stärke auszuspielen, die in der geopolitischen
Lage zu finden ist und von Stadtplanern und Stadtentwicklern, selbst
von Militärs als ein Gottesgeschenk angesehen wird. Aufgrund seiner
Lage ist die Stadt Istanbul nicht zerstörbar, trotz tausendfacher
Versuche vieler seiner Bürger, die rücksichtslos gegen die Stadt und
sein Leben ankämpfen wie an keinem anderen Ort der Welt eine solche
von Menschen inszenierte Zerstörungswut anzutreffen ist, wie in Istanbul,
deren Bürger der heutigen Zeit wenig Eigenintiative zeigen, sich aus
eigener Kraft ein Leben zu schaffen, das der Stadt entspricht. Im
Kern hat sich die Türkei, auch Istanbul nicht davon erholt, was der
weit und breit auf Fotos anzutreffende Vater der neuen Türkei von
seinen Staatsbürgern abverlangt hat, nämlich seine Kultur dahin zu
ändern, daß sie sich westeuropäischer Lebensweise auszusetzen und
anzunehmen hat. Die Trennung von Staatsführung und Kirche mag abstrakt
vorstellbar sein, aber bei einer Bevölkerung, die sich den abstrakten
Dingen ungern zu widmen weiß, schon eine zu hohe Forderung; die Schrift
wurde europäisiert, das Schulwesen bis heute nur halbwegs geändert,
der Kampf gegen die Religionsführer nicht beendet, sondern als Dauerereignis
in Szene gesetzt, ungeachtet der Tatsache, daß sein Nachwuchs in überwiegender
Mehrzahl aus islamisch geprägter ländlicher Bevölkerung stammt.
- MITTLERROLLE:
Die Türkei ist auf ihre hervorragende Mittlerrolle zwischen den Kulturen
des bis nach Rußland zusammenwachsenden Europas und des Orients aufmerksam
zu machen und zwar eine Mittlerrolle, die so offensichtlich ist,
daß mittlerweile das Bildungsbürgertum sich auf seine Geschichte und
geopolitische Lage zu besinnen versucht und seine eigene Identität
zu finden beginnt. Seit Rußland zu Europa findet und nicht mehr Westeuropa
zu besiegen versucht, ist die Lage der Türkei auch nicht mehr so wichtig,
wie es zu Zeiten der Militärs gewesen sein mag. In der Zukunft sind
militärische Bedingungen nur von Waffenhändlern verständlich zu machen,
weil sie Waffen verkaufen wollen und an Feindschaften unter den Völkern
interessiert sind. Diese Bedeutung hat sich aufgrund der dem Militär-Denken
zur heutigen Zeit innewohnenden Langweiligkeit überholt und sie ist
von den kulturellen Kräften abgelöst worden, die den Menschen bewegen
und in seiner Arbeitsfähigkeit bestimmen. Insoweit befindet sich die
Türkei mit seinem Militär als oberstes Verfassungsorgan in einer Verfassungskrise
und nicht nur in einer kulturellen Auseinandersetzung wie in Moskau/Rußland
in den letzten 10 Jahren, wobei die Wandlung in Rußland, das sich
als Mittler zwischen Europa und Asien mit dem Orient versteht, vollzogen
, aber in der Türkei kein Ende in dieser Auseinandersetzung, von den
USA genährt, abzusehen ist. Die USA haben zum Orient und Rußland ein
allergisches Verhältnis, wie zu allen Regionen der Antike als Vermittler
von Kulturen, fast schon komplexartig in der Form, sich kulturell
minderwertig zu fühlen, so daß die Türkei wie auch Griechenland sich
von dieser Bevormundung zu befreien hat, wenn diese Region als Vermittler
zum Orient/Islam seine Rolle finden will, die die geografische Lage
diesen beiden Ländern , Greichenland und Türkei, als Gottesgeschenk
offeriert. Gebrochen kann diese bisherige Fehlentwicklung nur durch
den privaten Handel und die private Wirtschaft, die den Besseren im
Wettbewerb erscheinen läßt und Verkehrswege und Mittlerrollen verlangt
und öffnet.
- OFFENHEIT:
Das Prinzip der Offenheit, das heute die Welt regiert
und das von der Lage her die Bedeutung Istanbuls bestimmt, wird dieser
Stadt zum DURCHBRUCH verhelfen, insbesondere wenn seine Bürger beherzter
an die Arbeit gehen und sich nicht von anderen Regionen und Kulturen
vorschreiben lassen, was zu tun und zu unterlassen ist. Die Europäische
Union wird selbst daran Interesse haben, seine Grenzen nicht in den
Orient zu verlagern und sich dadurch Probleme im Format der Negativerscheinungen
der USA einzuhandeln. Kulturgrenzen lassen sich nicht verschieben,
wie schon das Ende Stalins in dessen Umsiedlungswahn zeigt, insbesondere
im Gebiet seiner Westgrenze, das Stalin aufgrund seines Paktes mit
Hitlerdeutschland blutig erobert und von Polen völlig frei gesiedelt
hatte und nun als größtes Hindernis auf dem Weg Rußlands nach Europa
im Wege liegt. Die Fähigkeit, Mitterrollen zwischen starken Kulturen
am angestammten Ort zu übernehmen, ist gefragt, und zwar nicht in
der Form einer multikulturellen Art, sondern das Wechselspiel und
die gegenseitige Anregung stehen im Vordergrund , um Regionen in ihrer
Kraft ihres eigenen Geistes zu stärken und wirken zu lassen, und zwar
als Erlebnis und nicht als Opfer der einen oder anderen Kultur. Sich
auf den Schutz von Tierarten zu kaprizieren, ist eine schöne Sache,
dabei aber Kulturen menschlichen Geistes zerstören zu wollen in einer
Art der Gleichmacherei, ist reine Verweigerung und Trägheit eigener
Anstrengungen einer geistigen Leistung. Das privatwirtschaftlich geführte
Istanbul wird die Führung der Türkei auf diesem Wege übernehmen und
die alten Instanzen ablösen, wie in Europa , besonders in Rußland
die privatgeführte Initiative den heutigen Leistungsträger ausmacht
und bestimmt.
- BRÜCKEN:
Istanbul selbst
macht seine Bedeutung als Brücke zwischen Europa und dem Orient allein
dadurch schon deutlich, daß in dieser Stadt zwei Brücken hoch über
den Bosporus geführt sind und Verbindungen schaffen, daß sich der
asiatische Teil entlang dem Bosporus auf die gleiche Weise entwickelt
wie die europäische Seite Istanbuls als Stadt zweier Welten. Bei einer
Fahrt über die zwei Brücken über das Goldene Horn wiederholt sich
dieses Erlebnis der Weite der orientalischen Welt mit dem Blick auf
die Moscheen und den Topkapi-Palast, der sich in einem Park geduckt
ausbreitet und in seiner Form als architektonische
Herrschaftsform erst bei seinem leibhafteigen Besuch mit einem Blick rundum auf ganz Istanbul in unvergeßlicher
Art erlebt werden kann.
- DER HAREM
im Topkapi-Palast
zeigt noch heute in seiner architektonischen Symphonie einer geistanregenden
Raumfolge mit seiner Vielfalt an verwendeten Materialen, daß die Erkenntnis
in allen Bereichen des menschlichen Lebens nicht allein in der Männerwelt
oder Weiberansammlung - und sei sie noch so schön - sich einstellt,
sondern in einer Gradwanderung dazwischen, wie es das golden vergitterte
Fenster im Palast der Wesire so deutlich zeigt, durch das der Sultan
den Erörterungen seiner höchsten "Beamten" in gespielter Abwesenheit
zuhören konnte, um sich dann dem Brunnengeplätscher seines Harems
zuwenden zu können, wenn es darum ging, die richtige Entscheidung
in der Ausübung der Herrschaft von Istanbul bis nach Bagdad und Alexandria
in Ägypten zu finden, eine wohl in der Zeit des Parlaments kaum vorstellbare
Erkenntnis- und Entscheidungsfindung, die nur in dem Wissen verständlich
wird, Gottes Wege zu erkennen und zu verstehen, die der Westen in
Klöstern und Kirchen und weltlichen Palästen meinte von einander getrennt
und oft im Kampf der Zweipoligkeit finden zu können, aber im Topkapi-Palast
eine in Architektur erbaute Herrschaftsform zeigt, die nur dann vom
Westen verstanden wird, wenn die Kunst mit einbezogen wird,
die z.B. in der Musik in Mozarts Oper "Die Entführung aus dem Serail" zum Ausdruck
kommt oder
im West-Östlichen Divan Goethes in den Worten des Zyklus Suleika erkannt wird "
... aber der Kaiser weiß nicht, wie man liebt......."
und der Orient in der Weise dargestellt wird, daß die "islamische
Religion,Mythologie,Poesie ein unbedingstes Ergeben in den unergründlichen
Willen Gottes und einen heiteren Überblick des beweglichen, immer
kreis- und spiralförmig wiederkehrenden Erdetreibens, Liebe,Neigung,
zwischen zwei Welten schwebend, alles Reale geläutert, sich symbolisch
auslösend erkennen läßt."
Ein anderer Kosmopolit aus früherer Zeit
hat in seinen jungen Jahren Istanbul vor der Zeit Goethes und Mozart
besucht, wie es Casanova in seinen berühmtes Memoiren schildert ......
"Der Anblick dieser Stadt aus einer Entfernung von einer Meile ist
überaus eindrucksvoll. Es gibt nirgends in der Welt ein so schönes
Bild.... Als Konstantin der Große auf dem Seeweg nach Konstantinopel
kam, rief er, vom Anblick der Stadt entzückt, aus: 'Von hier aus wird
die Welt beherrscht werden' ". Mehr als 1000 Jahre war Konstantinopel/Byzanz
in dieser Lage in seiner Fähigkeiten, zwischen Kulturen zu vermitteln,
beherrschend, und zwar bis das Osmanische Reich diese Rolle mit der
Eroberung Byzanz übernahm.
- TOPKAPI-PALAST:
Diese Lage ist am anschaulichsten in der
Topkapi-Palastanlage zu erkennen, in der in vier hintereinander durch
hallenartige Tore zu erreichende Höfen alle Machtinstrumente eines
Weltreiches anzutreffen sind, in einer von der Architektur in einer
Vielfalt und einem Einfühlungsvermögen in alle Stile der beherrschten
Zeit und Länder des Osmanischen Reiches zu einer Einheit zusammengefügten
und aufgezeigten Weise: Pferdestallungen, Versammlungssaal des Staatsrates,
Waffenkammer, Hofküche des Palastes, Wohnräume der Gäste, Audienzsaal,
Harem mit den fast 400 Privaträumen des Sultans, Bibliothek, Moschee,
Saal der heiligen Reliquien, Schule, Schatzkammer, Palastdirektion,
Saal der Landkartensammlung, Sitz des obersten Arztes des Sultans,
meist nur zwei- bis dreigeschossig auf verschiedenen Ebenen von zahllosen
Laubengängen und Treppenläufen durchzogen und verschiedenen Baumbeständen
eingegrünt, mit villen- und festsaalartigen Pavillions aus fast allen
Materialien der erreichbaren Erde, von mehreren Tausend Menschen bewohnt,
aus verschiedenen Kulturen stammend und im Palast erzogen und mit
bestimmten Aufgaben vertraut gemacht, und mit weiten Ausblicken auf
das Goldene Horn, den Bosporus und das Marmarameer und die Stadt Istanbul,
in parkartigen Umläufen bis zum Wasser mit Anlagestellen für Boote
zu militärischen und vergnüglichen Zweken bestimmt, von schirmbeschützten
Kutschen durchzogen, eine wahrhaft spielerisch angelegte Theaterbühne
auf einem Areal in der halben Größe des heutigen Monacos, für architektonisch
bestimmte Menschen ein leibhaftiger Spaziergang durch die Opernmusik
Mozarts "Die Entführung aus dem Serail", nahe der
HAGIA SOFIA,
ein Wunderwerk an architektonischer Leistung, dem bis heute noch niemand
ganz auf die Spur gekommen ist und die alle ihr folgenden Kirchenräume
bestimmenen sollte, auch die Formen der osmanischen Moscheen, schon
im 5.Jahrhundert begonnen und in wenigen Jahren fertig gestellt und
noch heute in seiner beherrschenden architektonischen Form zu besichtigen
als Symbol der geistigen Kräfte des Wandels in ganz Europa, ein architektonischer
Ausdruck geistiger Herschaftsform, nahe der BLAUEN MOSCHEE , architektonisch
der Hagia Sofia nachgeformt auf einer stadtplanerischen Achse mit
der Hagia Sofia und dem Topkapi-Palast in Alt-Istanbul ausgerichtet.
- AUSFLÜGE
sind entlang
am Bosporus am schönsten und entschädigen von den Anstrengungen des
Lebens in der Stadt. Es ist kein Wunder, daß sich dort die schönsten
und erlebnisreichsten Stätten finden lassen, die Istanbul zu bieten
hat. Machen Sie sich selbst auf den Weg und entdecken diese Welt,
sei es im PKW oder auf dem Schiff, die zahlreich als Fähren von Ihnen
in Anspruch genommen werden können. Vergessen Sie nicht, das Schwarze
Meer am Anfang des Bosporus und die Prinzen-Inseln im Marmarameer
zu besuchen.
- MUSEEN
finden Sie
in Istanbul verschiedene, die in jedem Reiseführer über Istanbul
beschrieben sind. Zu erwähnen bleiben das Pasa-Palast-Museum und
das archäologische Museum, das Weltgeltung hat. Beide sind in der
Nähe der Hagia Sofia, zu finden. Die antiken christlich-byzantinischen
Kirchen werden als Museum geführt, insbesondere Kirchen mit den
schönsten Mosaiken aus jener Zeit .
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